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Die Zukunft unseres Geldsystems – Helikoptergeld

Wenn ein Problem durch Gelddrucken und Käufe von Finanzanlagen gelöst werden kann, wird die europäische Zentralbank sich darum kümmern. Die Kurse am Aktienmarkt fallen? Kein Problem. Schöpfen Sie einfach neues Geld und kaufen Sie die Indexfonds. Der Abwärtstrend der Märkte kehrt sich um und eine Kurserholung setzt ein.

Die hohen Zinssätze führen zu einer verminderten Kreditvergabe und einen Rückgang der Wirtschaftsleistung? Drucken Sie ein paar Milliarden frischer Euros und kaufen Sie so viele Staatsanleihen. Durch das Axiom „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“ werden die Zinsen auf fast 0 Prozent fallen.

Alle Probleme, die sich mit der Geldschöpfung von ein paar Milliarden Euros aus dem Nichts und dem Kauf diverser Finanzanlagen lösen lassen, werden auch gelöst. Diese Strategie hat zur Entstehung einer gigantischen Finanzblase geführt. Die letzten Jahre haben bei den Menschen die beruhigende Illusion entstehen lassen, dass praktisch alle Krisen des Kapitalismus durch exzessives Gelddrucken gelöst werden können, wenn das neue Geld zum Kauf von Finanzanlagen oder zur erneuten Kreditvergabe genutzt wird. Dies führte dazu, dass die meisten Anlageklassen (Anleihen, Aktien, Immobilien) enorme Preiszuwächse in der letzten Zeit erfahren haben. Wenn kein Börsencrash dazwischen kommt, werden diese enormen Geldmengen zu einem späteren Zeitpunkt in der Realwirtschaft ankommen. Dann ist eine Inflation bei den Güterpreisen die Folge. Schließlich werden nicht mehr Güter hergestellt und Dienstleistungen erbracht, nur weil zahlreiche neu gedruckte Euros im Umlauf sind. Es steigt lediglich die Gesamtgeldmenge, die dann auf die Jagd nach lukrativen Anlagemöglichkeiten geht. Die Europäische Zentralbank wird jedoch immer mehr in die Bredouille geraten und im Ergebnis mehr neue Euros schöpfen.

Als Mittel der letzten Instanz der aktuellen Geldpolitik wird das Helikoptergeld zum Einsatz kommen. Dabei  wird das neu geschaffene Geld direkt an den Bürger oder den Staat ausgezahlt. Ziel dieser Aktion ist es, durch eine kurzfristige Erhöhung der Kaufkraft die Realwirtschaft anzukurbeln. Der aktuelle EZB-Präsident Draghi denkt bereits über dieses umstrittene Mittel der expansiven Geldpolitik nach.  In der aktuellen Diskussion ist das Helikoptergeld besser bekannt unter dem Begriff des bedingungslosen Grundeinkommens. Ziel des bedingungslosen Grundeinkommens ist es, allen Bürgern regelmäßiges Einkommensgeschenk zu machen. Hier werden Erinnerungen wach an die Wendezeit. Man muss sich nur vorstellen, das es das damalige, einmalige Begrüßungsgeld jeden Monat gibt.

Helikoptergeld führt definitiv nicht zu einer Ausweitung des Güterangebotes. Erhöht wird lediglich die Geldmenge, die insgesamt zu Konsumzwecken zur Verfügung steht. Deshalb ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens oder andere Vermögensumverteilungen kein Lösungsansatz, der unsere geldpolitischen Probleme lösen wird. Derartige Entwicklungen werden den Inflationsdruck, der sich bereits in der Realwirtschaft anstaut, weiter verstärken.

Letztendlich wird die aktuelle Politik der europäischen Zentralbank zu einem Platzen der heutigen Geldblasen in unserem System führen.