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Die Policen-Inhaber von Lebensversicherungen werden durch die Zinsbaisse hart getroffen. Policeninhaber aus den 1980er und 1990er Jahren fahren gut, während die Versicherten mit tieferen Garantiesätzen bestraft werden.

Das Tiefzinsumfeld bringt Lebensversicherungen in arge Schwierigkeiten. Sie haben in der Vergangenheit, vor allem in den Jahren 1995 bis und mit 2003, aufgrund einer rückwärts gewandten Formel hohe Garantiezinsen gewährt. Doch ihr Geschäftsmodell lässt sich bei der Zinsbaisse seit 2010 in Europa nicht mehr einhalten. Die buchhalterische Praxis und das ausgeklügelte System mit Reserven und Puffern gewähren etwas Aufschub, aber keinen vollständigen Schutz mehr. Die 2011 in Deutschland eingeführte Zinszusatzreserve beschleunigt in der Zukunft die Krise der Lebensversicherung. Die Garantien für die Altverträge mit hohen Garantiesätzen werden durch reduzierte Überschüsse bei den neueren Verträgen mit niedrigen Garantiesätzen finanziert.

Lebensversicherungen sind im Deutschland der Nachkriegszeit ein relativ junges Produkt. Sie sind ein wichtiges Sparprodukt, das vor allem seit den 1980er Jahren als Ergänzung zur umlagefinanzierten Rente regulatorisch und steuerlich gefördert wurde. Lebensversicherungen haben vor allem in den 1980er, 1990er Jahren und frühen 2000er Jahren massiv zugelegt. Dies war auch eine Folge der Deregulierung des Versicherungsmarktes in der Mitte der 1990er Jahren. Die Lebensversicherer schrieben Policen mit hohen Garantien von 3.5% (1987-94), 4% (1995-Juni 2000) und 3.25% von Juli 2000 bis Ende 2003.

Über diese hohen Garantien hinaus waren sie auch bis Anfang der 2000er Jahre fähig, hohe Überschüsse zu erwirtschaften, hauptsächlich weil sie in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre verstärkt in Aktien investierten.

Die Nettorendite der Anlagen der Versicherer (blaue Linie) bezeichnet die nominale Rendite auf den Buchwertanlagen. Sie schliesst neben den laufenden Renditen auch die Bewertungsgewinne oder – verluste auf Realisaten ein. Diese Nettorendite betrug bis zum Jahr 2000 immer 7% und mehr. Sie ist in den 2000er Jahren zunächst auf 5%, später auf 4% gefallen. In den letzten Jahren ist sie durch massive Realisate überzeichnet. Die laufende Rendite (rote Linie) gibt ein realistischeres Bild ab. Sie bezeichnet die Summe von Garantiesätzen und Überschusszuweisungen auf dem Altbestand. Sie ist von ebenfalls 7% bis und mit 2000 auf 4% in den 2000er Jahren und jetzt für 2016 erstmals unter 3% im Jahr 2016 gefallen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen (gelbe Linie) zeigt, wohin die Reise in der Zukunft gehen könnte.

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