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Die Altersvorsorge über Lebensversicherungen wird immer schwieriger. Experten empfehlen, den Garantiezins ab 2018 von 1,25 auf 1,0 Prozent herabzusetzen. Schuld hat die EZB. Das sollten Kunden wissen. Neukunden klassischer Lebensversicherungen müssen sich auf einen weiteren Rückgang der garantierten Verzinsung einstellen. Die einflussreiche Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) empfiehlt, den Garantiezins für Neuverträge des Altersvorsorge-Klassikers ab 2018 von aktuell 1,25 Prozent auf dann 1,0 Prozent zu senken, wie ein DAV-Sprecher in Köln sagte.

Mit dem Garantiezins können Kunden nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten sicher rechnen. Er sinkt, weil die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte mit Geld flutet und die Zinsen faktisch abgeschafft hat. Die endgültige Entscheidung über die Höhe des Garantiezinses trifft das Bundesfinanzministerium auf Grundlage der Berechnungen der DAV-Versicherungsmathematiker und Empfehlungen der Finanzaufsicht BaFin. Die Versicherungsmathematiker – Aktuare genannt – stützen sich bei ihren Berechnungen auf den Durchschnittswert der Renditen von europäischen Staatsanleihen mit höchster Kreditwürdigkeit. Die Renditen dieser Papiere sind wegen der EZB-Politik im Keller. Das sind Antworten auf wichtige Fragen.

Was ist der Garantiezins?

Mit dem Garantiezins können Besitzer von klassischen Kapitallebensversicherungen sicher rechnen. Ein Großteil der etwa 90 Millionen Verträge des Altersvorsorge-Klassikers basiert auf diesem Modell. Änderungen gelten jeweils nur für Neuverträge. Assekuranzen dürfen den Kunden weniger bieten, aber nicht mehr. So soll verhindert werden, dass sich die Unternehmen mit hohen Versprechen übernehmen.

Wie entwickelt sich die Verzinsung ?

Die garantierte Rendite – auch Höchstrechnungszins genannt – ist angesichts der Niedrigzinsen am Kapitalmarkt von einst 4,0 Prozent im Jahr 1994 auf 1,25 Prozent seit Anfang 2015 für Neuverträge gesunken. Daneben gibt es weitere Komponenten – beispielsweise die Überschussbeteiligung, über die die Unternehmen jedes Jahr neu entscheiden. Beides zusammen ergibt die laufende Verzinsung. Auch diese sinkt seit geraumer Zeit. Die Ratingagentur Assekurata rechnet in diesem Jahr in der privaten Rentenversicherung mit einem Wert von durchschnittlich 2,86 Prozent nach zuletzt 3,16 Prozent. Die Kürzungen treffen besonders Verträge, die in den vergangenen zwölf Jahren abgeschlossen wurden. Kunden mit älteren Policen bekommen vielfach eine höhere Rendite, da sie noch von Zinsgarantien von bis zu 4,0 Prozent profitieren. Zum Ende der Laufzeit zahlen die Assekuranzen noch einen Schlussüberschuss.

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