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Nach vielen Betrieben haben jetzt auch die Sozialversicherungen mit Strafzinsen bzw. Negativzinsen zu kämpfen. Das hat Auswirkungen auf die Anlagestrategie. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet nicht nur Sparer und Kunden von Lebensversicherungen, indem sie Zinserträge kostet. Auch die Beitragszahler der Sozialversicherung verlieren heute schon echtes Geld – etwa in der Krankenversicherung. Weil sich beim Beitragsinkasso immer wieder hohe Summen für wenige Tage auf den Konten des Gesundheitsfonds sammelten, verlangten die Banken dort im vergangenen Jahr erstmals Strafzinsen. 1,8 Millionen Euro Beiträge der Beschäftigten und Arbeitgeber kamen daher für die Versorgung der Kranken erst gar nicht bei den Kassen an.

Das hat das Bundesversicherungsamt (BVA), das den Gesundheitsfonds managt, dieser Zeitung auf Anfrage mitgeteilt. „Im Jahr 2015 erzielte der Gesundheitsfonds erstmalig ein negatives Zinsergebnis von rund 1,8 Millionen Euro“, sagt dessen Sprecher. Gemessen am Gesamtvolumen des Gesundheitsfonds von mehr als 200 Milliarden Euro, sei der Schwund aber als „gering anzusehen“. Das Zinsergebnis sei „wenig überraschend“ und Folge der Auszahlungsweise des Fonds. Der sammelt die Beiträge, die von der Monatsmitte an eingehen, um sie vom 1. bis 15. Tag des nächsten Monats an die 118 Kassen auszuschütten – die das Geld dann ihrerseits oft auf viele Banken verteilen, um nicht auch noch Strafzinsen zahlen zu müssen. Denn ähnlich wie bei anderen Großanlegern verlangen Banken jetzt auch bei ihnen eine Gebühr dafür, wenn hohe Summen auf dem Konto liegen. Die Kreditinstitute kassieren einen „Strafzins“, weil sie selbst das Geld für die kurze Zeitspanne weniger Tage nicht mehr rentierlich anlegen können.

Dass gerade bei Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung schnell hohe Beträge zusammenkommen, macht eine neue Auflistung des BVA deutlich. Demnach hatten die Sozialversicherungsträger Ende 2014 mehr als 64 Milliarden Euro in Geldmitteln angelegt. Rechnet man die Allgemeinen Ortskrankenkassen hinzu, die nicht dem BVA unterstehen, dürften es Ende 2014 um die 70 Milliarden Euro gewesen sein.

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